Arachnodata's aktuelle Projekte

Skorpione der Schweiz  / 
Skorpionismus im Iran

Skorpionfauna des Mittleren Ostens

 

 

Biologie, Ökologie und Verbreitung der Skorpione in der Schweiz

Euscorpius italicus (Foto: Rémy Steinegger) scorpion distribution in Switzerland

Euscorpius italicus (Foto: Rémy Steinegger)

  • Projektzusammenfassung:
    Revision von de Lessert's Catalogue des Invertébrés de la Suisse, fasc. 10, Scorpions von 1917. Seit 1992 hat die ARACHNODATA >1'400 neue Fundorte von Euscorpius italicus (Herbst, 1800), E. germanus (C.L. Koch, 1837) und E. alpha di Caporiacco, 1950 in der Schweiz zusammengetragen und ausgewertet. Gleichzeitig wurden etliche vergleichende Laborstudien insbesonders über die postnatale Entwicklung bei den drei Skorpionarten durchgeführt. Auch in den nächsten Jahren sind ausgedehnte Feldstudien über die Ökologie vorgesehen, namentlich im Kanton Tessin, in den Bündner Südtälern Misox, Bergell, Puschlav und Münstertal sowie im Kanton Wallis im Rhonetal bei Sitten und im Zwischbergental südlich des Simplons. Dabei soll die aktuelle Bedrohung vieler Standorte von Populationen beider Arten durch natürliche Umstände (kontinuierliche Überwachsung der Habitate, etc.) und menschliche Einflussnahme untersucht werden, um mögliche Vorgehen zum Schutz der Habitate resp. Skorpionpopulationen vorzuschlagen. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Forschungsprojektes befasste sich mit der kulturhistorischen Bedeutung der Skorpione in der Medizin, Religion, Tradition, Kunst, Aberglauben, etc. in unserem Land.

  • Projektkosten:
    Die Projektkosten für die Jahre 1998-1999 (SFr. 58'600.--) wurden durch grosszügige Beiträge der Dr. Bertold Suhner-Stiftung für Natur-, Tier- und Landschaftsschutz, der Ella & J. Paul Schnorf Stiftung, der Pro Natura (Schweiz), der Pro Natura (Tessin) und der Pro Natura (Graubünden) zu 100% abgedeckt. In den Jahren davor und nachher wurden diese Aufwendungen vom Leiter der ARACHNODATA privat abgedeckt.  

Damit dieses wichtige Projekt auch im laufenden und in den kommenden Jahren weitergeführt  werden kann, ist die ARACHNODATA auf Gönner, Paten und Sponsoren angewiesen! Bitte helfen Sie mit!

  • Publikation:
    Die Resultate dieser Projektstudie (1992 bis 1999) sind in der Reihe FAUNA HELVETICA 13  des Schweiz. Zentrums für die Kartographie der Fauna (SZKF/CSCF) und der Schweizerischen Entomologischen Gesellschaft (SEG) in Deutsch und Italienisch veröffentlicht. 

    Neue Forschungsergebnisse werden laufend, aber in unregelmässigen Abständen,  in Fachzeitschriften publiziert und auf der Seite Publikationen angezeigt.

  • Einladung zur Mitarbeit:
    Wenn Sie irgendwo in der Schweiz Skorpione gesehen haben, dann melden Sie uns bitte diese Beobachtung. Die ARACHNODATA ist auch sehr dankbar für die Zusendung von einem tot aufgefundenen Skorpion unter  Angabe des genauen Fundortes. 

    Alle Meldungen und Zusendungen werden verdankt und in die Datenbank des Faunainventars der Skorpione in der Schweiz aufgenommen. 

  • Hier noch der Flyer/Prospekt über die einheimischen Skorpionarten.   

 

 

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Die medizinische und soziale Bedeutung des Skorpionismus
 in den Südprovinzen des Irans

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  • Projektzusammenfassung:
    Seit vielen Jahrzehnten stellt der Skorpionismus (das gehäufte Auftreten von Skorpionstichen) ein bedeutsames und bisher ungelöstes medizinisches und soziales Problem in den meisten Ländern Nordafrikas und des Mittleren Ostens, sowie in Mexiko und Brasilien dar. Keine offiziellen Daten zu diesem Thema waren jedoch aus dem Iran und speziell aus den südlichen Provinzen bekannt. 1996 wurde die ARACHNODATA erstmals darüber informiert, dass allein in der Provinz Khusistan > 20'000 Menschen mit Skorpionstichen (= ca. 1 % der Bevölkerung) in einigen wenigen Spitälern medizinisch behandelt wurden, wovon 37 Fälle tödlich verliefen (fast ausschliesslich nur Kinder unter 10 Jahren). Nach einem persönlichen Augenschein im September 1997 dürfte die Zahl der jährlich gestochenen Menschen allerdings bedeutend höher liegen, nämlich etwa bei 1 % in urbanen und > 5 % in ländlichen Gebieten. Für die somit auf  > 100'000 geschätzten Stichverletzungen pro Jahr, wovon über 75 % Kinder betroffen sind (!), werden primär die buthiden Arten Mesobuthus eupeus (45 %) und Androctonus crassicauda (41 %) sowie Hemiscorpius lepturus (13 %) aus der Familie der Hemiscorpionidae verantwortlich gemacht.

Hemiscorpius lepturus (m) (Foto: Dr. S. Tirgari)7jähriges Kind im Koma, 14 h nach Stichverletzung von H. lepturus (Foto: M.E. Braunwalder)

sting injury of H. lepturus (after 5 days) (Foto: Dr. M. Radmanesh)  sting injury of H. lepturus (after 10 days) (Foto: Dr. M. Radmanesh)

Bildlegenden:
oben links:  Hemiscorpius lepturus (männl.) (Foto: Dr. S. Tirgari)
oben rechts:  7jähriges Kind mit schwerer Hämolyse und Nierenversagen im Koma, 14 h nach dreifacher  Stichverletzung von H. lepturus in Rücken.   (Foto: M.E. Braunwalder)
unten links:  Hämatöse Haut- und Gewebeverletzungen mit Ulcerbildung. 5 Tage nach Stichverletzung durch H. lepturus. (Foto: Dr. M. Radmanesh)
unten rechts: Ausbildung einer schweren Gewebenekrose nach weiteren 5 Tagen. (Foto: Dr. M. Radmanesh)

  • In enger Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden des Irans und der Tehran University for Medical Sciences beabsichtigt die ARACHNODATA in den nächsten fünf Jahren eine Anzahl Projekte über die Biologie, Ökologie und Epidemiologie der Skorpione zu  koordinieren und durchzuführen sowie vergleichende klinische Studien über traditionelle und neuartige Erste-Hilfe-Methoden und medizinische Behandlungs- massnahmen in einigen Spitälern der Provinz Khusistan zu initiieren.

    Damit verbunden sind eine Anzahl weiterer dringender Projektaufgaben im Iran. Sie betreffen:

    - den Aufbau von arachnologischen Fachbibliotheken an Universitäten,
    - den Aufbau von repräsentativen Sammlungen (Skorpione und Spinnen) an Universitäten und im Museum of Natural Remains and Wildlife in Iran,
    - die Organisation und Durchführung spezieller Kolloquien über Arachnologie und Intensivtrainings-Workshops für Studenten von interdisziplinären Fachgebieten,
    - die Ausarbeitung verschiedener Strategiekonzepte für eine wirksame Bekämpfung des Skorpionismus,
    - die Konzeptionierung von landesweiten Kampagnen für die Prävention.

    Die ARACHNODATA versucht zudem die allererste Studie über die biochemische Zusammensetzung des Giftes von Hemiscorpius lepturus und ihre biologische und toxikologische Wirkungsweise anzuregen, die von den weltweit führenden Fachleuten auf dem Gebiet der Skorpiongifte am Laboratoire de Biochimie an der Université de la Mediterranée in Marseille durchgeführt werden sollte. Als bislang einzige Skorpionart besitzt Hemiscorpius lepturus nämlich ein Gift, das nicht neurotoxisch, sondern vielmehr hämo- und zytotoxisch wirkt, d.h. die Funktionen des Blutkreislaufes und der Zellen werden erheblich geschädigt. Die oben gezeigten Fotos demonstrieren eindrücklich solche massiven Schädigungen, an denen die Opfer mitunter ein Leben lang zu leiden haben.

  • Projektkosten:
    Die budgetierten Projektkosten für die von der ARACHNODATA zu leistenden Arbeiten belaufen sich auf etwa SFR. 52'000.00 pro Jahr im Zeitraum von 2004 bis 2008.

Ohne Gönner, Paten und Sponsoren kann aber dieses wichtige Projekt nur teilweise oder gar nicht realisiert werden!

  • Stipendium:
    Dem Leiter der ARACHNODATA wurde 1997 von der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SANW) ein Reisestipendium für die Vorbereitung dieses Projektes im Iran zugesprochen.

 

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Internationales Projekt über die Skorpionfaunen
des östlichen Mittelmeeres und des Mittleren Ostens

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  • Projektzusammenfassung:
    Die Skorpionfauna des östlichen Mittelmeerraumes, namentlich diejenige von Griechenland und der Türkei, ist nur lückenhaft und dementsprechend unzureichend bekannt. Unsere Kenntnisse stützen sich hauptsächlich auf viele einzelne Arbeiten von Zoologen und Arachnologen, die z.T. vor mehr als 80 Jahren publiziert worden sind. Diese Studie bezweckt erstens die Erstellung eines detaillierten Verbreitungsatlas der Skorpione in diesem Gebiet und zweitens eine genaue Untersuchung über die Ökologie insbesonders von insularen und kavernikoler (höhlenbewohnenden) Populationen. Eine umfassende Projektinformation wurde anlässlich des 8th. Int. Congress on the zoogeography and ecology of Greece and adjacent regions (ICZEGAR) in Kavala (Mazedonien) im Mai 1999 präsentiert, die mittlerweile nun auch publiziert ist:

    Fet, V. & M.E. Braunwalder (2000): The scorpions (Arachnida: Scorpiones) of the Eastern Mediterranean area: Current problems in taxonomy and biogeography. Belgium Journal of Zoology, 130 (supplement 1); 15-20.

    Einzelheiten über dieses Projekt werden zu einem späteren Zeitpunkt auf dieser Webseite bekanntgegeben!

  • Projektkosten:
    Die budgetierten Projektkosten betragen jährlich etwa SFR. 36'600.00 (Projektdauer von 2004-2008). Gönner, Paten und Sponsoren sind dringend gesucht!

  • Wichtige Einladung zur Mitarbeit:
    Wenn Sie in diesem Gebiet als Wissenschafter arbeiten oder als Tourist Ihre Ferien verbringen und sie bei der Gelegenheit Skorpione antreffen, dann sind Sie herzlich aufgerufen, diese Tiere tot oder lebendig unter Angabe des genauen  Fundortes an: ARACHNODATA, Frauentalweg 97, 8045 Zürich zu schicken.

    Museen, Institute, Universitäten und Privatleute im In- und Ausland, in deren Sammlungen sich noch unbestimmtes und noch nicht publiziertes Skorpionmaterial aus dieser Region befindet, sind ebenfalls herzlich eingeladen, ihre Ausbeute für diese Studie zur Verfügung zu stellen.

    Eine Anleitung zum problem- und gefahrlosen Einfangen, Verpacken und Versenden von lebenden Skorpionen finden Sie auf der Tippseite.

 

Falls Sie eine finanzielle Beteiligung oder Patenschaft am einen oder anderen Projekt 
in Erwägung ziehen, dann melden sich bitte per e-mail oder auf eine andere Art.

Herzlichen Dank im voraus!

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